Titelstory

Luna Wedler: «Die Dreharbeiten waren mega geil.»

Das Schönste Mädchen der Welt

Kinostart

6 September 2018

Regie

Aron Lehmann

Cast

Luna Wedler, Aaron Hilmer, Damian Hardung

Genre

Comedy

Der Aussenseiter Cyril (Aaron Hilmer), wegen seiner grossen Nase von allen verspottet, verliebt sich in Roxy (Luna Wedler), die Neue in der Klasse. Doch Roxy interessiert sich mehr für den attraktiven Rick (Damian Hardung), obwohl der nicht gerade der Hellste ist. Als auch Benno (Jonas Ems), der Obermacker der Klasse, ein Auge auf Roxy wirft, startet Cyril eine waghalsige Verkupplungsaktion…

Die Teenager-Komödie basiert locker auf dem Versdrama «Cyrano de Bergerac», in dem ein Dichter unter seiner grossen Nase leidet. Im Film heisst Cyrano Cyril und seine Angebetete Roxy statt Roxane. Gespielt wird sie von der Schweizerin Luna Wedler. FILM DEMNÄCHST traf sie zum Interview im Zürcher Kino Kosmos.

FILM DEMNÄCHST: Du bist erst 18. Wie gehst du mit dem Erfolg und der Aufmerksamkeit der Medien um?

Luna Wedler: Weil ich aus einem «normalen» Leben komme, meine Mutter ist Lehrerin, mein Vater Chirurg, ist es nicht so einfach. Ein gewisser Druck ist schon da. Zum Beispiel, dass ich nun ein Vorbild werde. Aber ich will gar kein Vorbild sein. Und wenn, dann nur so, wie ich bin. Mir ist mega wichtig, dass ich einfach mich selbst bleibe. Anderseits ist das Ganze auch wunderschön. Ich reite gerade auf einer tollen Welle, und das will ich geniessen. Es könnte bald wieder vorbei sein.

Wenn du nicht aus einer Schauspieler-Familie kommst, war es also dein eigener Wunsch, Schauspielerin zu werden?

Ja, aber ich habe diesen Wunsch erst entdeckt, nachdem ich mit 14 ans Casting zu «Amateur Teens» (2015) ging und eine Rolle bekam. Das erste Mal eine andere Person zu spielen, hat mich fasziniert. Beim Proben vor dem Dreh habe ich teilweise nicht realisiert, warum wir gewisse Übungen machten. Ich verstand nicht mehr, wer ich bin. Und dann begriff ich: Genau das ist Schauspielerei, dass du jemand anderes werden kannst.

Und nun bist du Roxy geworden in DAS SCHÖNSTE MÄDCHEN DER WELT. Ist diese Roxy dir eher fremd ist?

Überhaupt nicht, sie ist mir ganz nah. Natürlich spiele ich zurzeit Teenager, die etwa im meinem Alter sind. Und ich finde bei jeder Rolle etwas von mir. Bei Roxy war es fast eins zu eins, ausser dass sie eine selbstbewusste Person ist. Das bin ich nicht unbedingt, auch wenn viele sagen, ich würde selbstbewusst wirken. Ich finde, in der Welt der Teen Movies gibt es dieses starke Frauenbild noch nicht wirklich. Roxy ist einfach echt, raucht, kann mit Jungs zusammen sein und akzeptiert jeden. Das finde ich schön. Das reizte mich auch. Vor allem ihr erster Auftritt: Sie kommt schreiend in den Bus, und man fragt sich sofort: «Woa! Wer ist dieses Mädchen?»

Du musstest im Film rappen. Wie war das?

Ich bin selbst ein bisschen stolz, dass es so gut herausgekommen ist. Ich höre Rap, habe aber zuvor nie selbst gerappt. Deshalb wurden wir gecoacht. Den Text zu rappen, war weniger ein Problem als die Attitude, also selbstsicher hin zu stehen und aufzutreten. Ich musste vor allem an der Attitude arbeiten. Ich war so aufgeregt, als es beim Dreh dann ernst galt. Da waren 300 Statisten. Aber als es dann losging, machte es viel Spass.

Für «Blue My Mind» (2017) hast du den Schweizer Filmpreis als beste Darstellerin gewonnen. Der Film enthält einige heftige Szenen: Dir wachsen Schwimmhäute, die du dann mit der Schere wieder durchschneidest. Wie hast du diese krassen Szenen erlebt?

Das werde ich nie vergessen. Mia, meine Rolle, ging mir sehr nah. Eine Figur, die sich selbst zerstört und nicht zulässt, sich selber zu sein, das war sehr intensiv.

Isst du gern Sushi?

(Lacht.) Ja.

Immer noch?

Ja. Aber der Fisch, den ich in der Szene im Klassenzimmer essen musste, der war wirklich «gruusig». Das war ein echter Fisch. Aber der, den ich aus dem Aquarium fischte und in den Mund stopfte, der war nicht echt.

Warst du schon mal auf dem Cover einer Zeitschrift?

«Ebe nöd!» Ich hatte noch nie ein Cover Shooting.

Dann bist du jetzt das erste Mal bei uns auf dem Cover.

Wirklich? Das ist sehr cool! Ich freue mich.

Und wenn deine Freundinnen und Freunde dich auf dem Cover sehen, werden die dann nicht neidisch?

Nein, die freuen sich alle für mich. Wobei ich glaube, dass sie gar nicht richtig checken, was abgeht. Ich rede auch nicht viel darüber, und sie fragen nicht viel danach. Bei meinen Freunden kann ich einfach ich sein. Das ist wichtig, um mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben.