Titelstory

«Geheimnisse sind wie Margarine: leicht zu verbreiten, schlecht fürs Herz.»

A SIMPLE FAVOR

Kinostart

8 November 2018

Regie

PAUL FEIG

Cast

BLAKE LIVELY, ANNA KENDRICK, ERIC JOHNSON

Genre

Thriller (1h57)

Eines Tages bittet die extravagante Mode-PR-Chefin Emily (Lively) die Mom-Bloggerin Stephanie (Kendrick), ihren Sohn Nicky von der Schule abzuholen. Stephanie tut ihr diesen kleinen Gefallen gerne. Doch nicht nur an diesem Abend wartet Stephanie vergeblich darauf, dass Emily ihren Sohn abholt. Emily bleibt auch die folgenden Tage und Wochen verschwunden…

Die Filmrechte von Darcey Bells Debütroman A SIMPLE FAVOR («Nur ein kleiner Gefallen») wurden verkauft, bevor er überhaupt erschien. Paul Feig hat den Thriller kongenial verfilmt.

«Ich brauche nur einen kleinen Gefallen», sagt die Mode-PR-Chefin Emily (Blake Lively) eines Nachmittags. Ohne zu zögern, willigt ihre neue Freundin Stephanie (Anna Kendrick) ein, Emilys Sohn Nicky nach der Schule mit zu sich zu nehmen. Allerdings wird aus klein ganz schnell kompliziert, weil Emily wie vom Erdboden verschwindet. Getreu ihrem Credo «Mamas, macht es selbst» setzt die Vloggerin Stephanie es sich zum Ziel, Emily mit Hilfe ihrer Social-Media-Follower ausfindig zu machen. Sie ahnt nicht ansatzweise, was für schreckliche Wahrheiten dadurch ans Licht kommen werden.

Paul Feig, Regisseur von «Bridesmaids» (2011), wagt mit A SIMPLE FAVOR den Sprung von den Blockbuster-Komödien, für die er bekannt ist, hin zum verworrenen Psychothriller, den er aber auch gekonnt als süffisante Satire auf unser ständiges Streben nach einem makellosen Leben anlegt. Feig sah sofort die Chance, die übliche taffe und zynische Thriller-Heldin völlig auf den Kopf zu stellen: «Stephanie ist jemand, den wir alle kennen – die Mutter, deren Leben sich allein darum dreht, es allen recht zu machen und sich immer um die anderen zu kümmern – und die genau deshalb schamlos ausgenutzt wird. Am wichtigsten war mir, dass das Publikum zu ihr hält, selbst dann, wenn ihr all das Dunkel um sie herum die Augen öffnet.»

Für Anna Kendrick erwies es sich als wahrer Balanceakt, Stephanie zu spielen, deren unerschütterlicher Optimismus auf grausamste menschliche Intrigen stösst. Das kostete die 33-Jährige voll aus, wie sie gesteht: «Stephanie ist unbestreitbar eine der positivsten Figuren, die ich je gespielt habe, aber sie trägt auch enorme Scheuklappen. Doch die werden ihr brutal entrissen, sobald Emily verschwindet. Und das trägt zum Vergnügen bei.»

Emily ist das dunkle Gegenstück von Stephanie. «Wir alle haben verschiedene Versionen von uns selbst, die wir der Welt präsentieren», meint Emily-Darstellerin Blake Lively. «Unsere Social-Media-Persönlichkeit ist anders, als wir es zuhause sind, zuhause sind wir anders als bei der Arbeit usw. In diesem Film wird das auf interessante Weise ergründet – wer wir sind im Vergleich zu dem, wie wir uns präsentieren. Frauen werden dazu erzogen, einen gewissen Grad an Perfektion aufrechtzuerhalten, ob nach aussen oder nach innen. Aber wir sind alle nicht perfekt. Letztlich enthüllen auch die Charaktere in diesem Film ihre wahren Ichs. Und dafür liebt man sie nur noch mehr.»

BEGEISTERTER REGISSEUR

Regisseur Paul Feig reagierte während seiner ersten Lektüre von Jessica Sharzers Drehbuch intensiv, wie er sich erinnert: «Ich weiss noch, dass ich in meinem Garten sass, in einem sehr gemütlichen Stuhl, und die ganze Zeit „Oh mein Gott, oh mein Gott“ vor mich hin sagte. Dieses Gefühl hat mich ganz ehrlich nicht mehr losgelassen, und es hat mich durch den gesamten Produktionsprozess hindurchgeführt.»