Ein Leben auf der Überholspur

Ein Leben  auf der Überholspur

Für manche Menschen ist Geschwindigkeit eine Bestimmung. Sie finden ihre Erfüllung auf der Rennstrecke. Ihre Lebensgeschichten – und manchmal auch ihr tragisches Ableben – eignen sich ideal für die grosse Leinwand. Wie diese beiden Filme zeigen.

Der eine ist ein Frauenschwarm und Lebemann, der andere ein technikaffiner Tüftler und Perfektionist. So zumindest werden die Rennfahrer James Hunt (Chris Hemsworth) und Niki Lauda (Daniel Brühl) im Film «Rush – Alles für den Sieg» aus dem Jahr 2013 dargestellt. Die Geschichte handelt von der angeblichen Rivalität der beiden Formel 1-Legenden, die sich in den 70er-Jahren zugetragen hat. Man erfährt als Zuschauer viel Wissenswertes über den damaligen Rennzirkus sowie die Protagonisten. Allerdings darf man die Handlung nicht ganz für bare Münze nehmen. Denn bei «Rush» handelt es sich weniger um eine Autobiografie, sondern vielmehr um eine Geschichte, die von den echten Begebenheiten inspiriert wurde. Drehbuchautor Peter Morgan bestätigte dies auch immer wieder in Interviews. Das tut aber weder der Spannung auf noch neben der Rennstrecke Abbruch. Eine Szene, die einem länger im Gedächtnis bleiben dürfte, ist der Unfall von Niki Lauda, bei dem er sich lebensbedrohende Verletzungen und die charakteristischen Verbrennungsnarben zuzog. Mitzuerleben, wie er sich nach nur kurzer Auszeit zurück ins Cockpit kämpft, ist inspirierend – denn hier handelt es sich nicht um Hollywood-Schönfärberei, sondern um eine Tatsache.

Das pure Fahren

Einen anderen Weg, nämlich den der Sport-Dokumentation, gingen die Macher des Films «Senna» aus dem Jahr 2010. Die britische Produktion zeichnet die Karriere der brasilianischen Formel 1-Legende Ayrton Senna nach, die von 1984 bis zu seinem Unfalltod 1994 beim grossen Preis von San Morino dauerte. Für Fans des als «furchtlos» und «leichtsinnig» verschrienen Sennas dürfte insbesondere die Tatsache interessant sein, dass der Film mit bis dato unbekanntem Bild- und Ton-Material aufwartet. Darüber hinaus kommen zwar diverse Zeitzeugen zu Wort, diese sind aber nie im Bild zu sehen, sondern sprechen quasi nur als Erzähler. Dadurch, so betonten Kritiker damals, mute der Film weniger wie eine klassische Dokumentation an, sondern eher wie ein rasanter Spielfilm. Eine passende Art, den Mann ins Licht zu rücken, dessen Leidenschaft für das pure Fahren sein Leben und seinen Tod bestimmte.