Die Stadt der offenen Türen

Die Stadt  der offenen Türen

Im Film «Nachtzug nach Lissabon» rettet ein von Jeremy Irons gespielter Berner Gymnasiallehrer das Leben einer jungen Frau. Diese Begegnung markiert den Beginn seiner Reise in die portugiesische Hauptstadt Lissabon, wo er und damit auch die Zuschauer tiefe Einblicke in die turbulente Geschichte sowie die faszinierende Kultur dieser Stadt erhalten. Eine Kultur, die man selber erleben sollte.

Lissabon ist kein geeigneter Ort für fussfaule Menschen. Denn die Hauptstadt Portugals ergiesst sich entlang des hügeligen Geländes der Atlantikküste und wartet daher mit vielen steilen Gässchen und abschüssigen Strassen auf. Wer den stetigen Auf- und Abstieg während der Stadterkundung aber auf sich nimmt, wird entsprechend belohnt: Zum Beispiel mit einem Stadttreiben, das stark von einem Gefühl des Miteinanders geprägt ist. Das Leben findet in Lissabon nicht nur hinter verschlossenen Türen statt, sondern auch in den Strassen, den zahlreichen Cafés sowie den vielfältigen Restaurants. Eingerahmt wird dieses bunte Treiben in ein Stadtbild, das mit seinen hellen Gebäudefassaden und roten Dächern ins Auge sticht.

Ein Muss für Lissabon-Besucher ist die Erkundung des Altstadtviertels Alfama. Es handelt sich dabei um den ältesten Bezirk der Stadt. Direkt am Fuss der Burg gelegen ist das Viertel im maurischen Stil erbaut und gleicht einem faszinierenden Labyrinth aus Gässchen und kleinen Plätzen. Weit ausladender ist hingegen der Platz Rossio, der häufig auch als das Herz von Lissabon bezeichnet wird. An dieser Stelle, die eigentlich Praça de Dom Pedro heisst und einer der zentralen Verkehrsknotenpunkte der Stadt ist, treffen Einheimische und Touristen aus aller Welt aufeinander.

Das Tram als Touristenattraktion

Apropos Verkehr: Eines der Highlights der Stadt ist ausgerechnet ein ÖV-Gefährt; die historische Strassenbahn von Lissabon mit ihren kultigen, gelben Wagons. Eine Fahrt damit lohnt sich nicht nur, um sich einen Eindruck über das Stadtgeschehen zu verschaffen, sondern auch, um ein kleines Abenteuer zu erleben. Mit Steigungen von bis zu 13.5 Prozent unterscheidet sich das Fahrgefühl merklich vom öffentlichen Verkehr in den meisten Schweizer Städten.

Man kann nicht über Lissabon sprechen oder schreiben, ohne das Essen zu erwähnen. Da die Metropole direkt am Meer gelegen ist, sind erlesene Fisch- und Meeresfrüchtespeisen fester Bestandteil ihres kulinarischen Angebots. Wer auf Authentizität bedacht ist, sucht eines der Fischrestaurants auf, die von aussen schon fast den Eindruck von enggestulten Wartehallen vermitteln. Was den Gaststuben an Einrichtung fehlt, machen sie aber mehr als wett mir mit portugiesischer Meereskost.