Home > Exklusiv: Zu Besuch bei den Machern von "Toy Story 3"

Exklusiv: Zu Besuch bei den Machern von "Toy Story 3"

Freitag 2. Juli 2010

Es ist eine einzige Erfolgsgeschichte: "Toy Story", "Findet Nemo", "Cars", "Ratatouille", "Wall-E" oder "Oben". Seit das Animationsstudio Pixar abendfüllende Spielfilme produziert, landen sie einen Welthit nach dem anderen. Doch was haben Pixar, was alle Anderen nicht haben? Film demnächst Redaktor Philipp Portmann ging auf Spurensuche.

San Francisco, an einem frischen Morgen im Juni. Als ich dem Taxifahrer die Adresse im Vorort Emeryville angebe, sagt er, "Oh, sie wollen zu Pixar?" Irgendwie scheint dieser Name jedem hier ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Kein Wunder, denn man ist stolz darauf, dass das erfolgreichste Computeranimationsstudio in dieser Gegend seinen Hauptsitz hat. Am Ziel angekommen treffe ich auf ein altes, renoviertes Fabrikgebäude. Im Garten steht übergross die Lampe Luxo, Held aus dem Oscar nominierten Kurzfilm "Luxo Jr." (1986). Ein erster Meilenstein der Firmengeschichte und seither Wahrzeichen der Trickfilmschmiede.

Büros wie Spielplätze Im Gebäudeinnern befinden sich eine grosse Halle mit Empfangsdesk, Postfächer der 1200 Mitarbeiter, eine Vitrine mit den zwölf Oscars, die Pixar bisher erhalten hatte, ein Shop und ein übergrosses Haus von Ken (Bild) aus dem neusten Pixar Werk "Toy Story 3". "Das ist nur Dekoration...", sagt plötzlich eine Stimme. Es ist Lee Unkrich, Regisseur von Teil 2 und 3, der mich bereits erwartet. "Wir dekorieren die Empfangshalle immer nach unserem aktuellen Film“, erklärt er weiter. Und schon geht es los mit der Studiotour. Vorbei an duzenden von Einzelbüros, eines verrückter eingerichtet als das andere – am besten gefiel mir der Animator, der in einem Gartenhäuschen arbeitet – bis zum Herzstück: die „Renderfarm“. In diesem Raum werden die 24 Einzelbilder berechnet, die es für eine Sekunde Film braucht. Weil jedes Bild vier Stunden Rechenzeit benötigt, reihen sich hier Harddisk an Harddisk.

Ort der Kreativität Dann ist Mittagszeit. Die Angestellten treffen sich im hauseigenen Restaurant oder nehmen sich das Essen mit in den Garten (Bild). Es herrscht eine fröhliche Hektik und es wird diskutiert, gelacht und gegessen. "Wir tun alles, damit die Mitarbeiter in einer angenehmen Atmosphäre arbeiten können, das fördert die Kreativität", erklärt Unkrich. In der Tat, das Konzept scheint aufzugehen. Meine Eindrücke nach den vielen Begegnungen und Gesprächen zeichnen ein klares Bild: Ein hochmotiviertes, kreatives Team mit vielen Freiheiten, Computer auf dem neusten Stand der Technik und das Leit-Moto "Have Fun" heisst das Erfolgsrezept von Pixar. Und das wiederspiegelt sich in jedem einzelnen Detail ihrer Filme.

(Bild: Regisseur Lee Unkirch)

TOY STORY 3 - Der Film: Spielzeugbesitzer Andy ist ein Teenager geworden und geht aufs College. Jetzt heisst es, Kinderzimmer räumen. Nach einem Missverständnis mit seiner Mutter landen auch seine ehemaligen Lieblingsspielzeuge Woody, Buzz und Co. statt im Estrich im Kinderheim. Dort werden sie vom bösen Kuschelbär Lotso unterdrückt. Jetzt wollen alle zurück zu Andy, doch wird der Ausbruch gelingen? Auf Buzz können sich die Spielzeug-Kameraden zeitweise nicht mehr verlassen, er spricht nach einem Reset nur noch Spanisch und auch Barbie ist keine Hilfe, sie will bei Ken in dessen Traumhaus bleiben. Eine weitere witzige und rasante Geschichte um Freundschaft, Zusammenhalt und Eitelkeiten, mit viel Herz erzählt.



© Copyright 2012, Film Demnächst - Aktivitäten verfolgen RSS 2.0 - Creation: Internet Diffusion