Freitag 26. Februar 2010
Der gebürtige Genfer wird anlässlich der Schweizer Filmpreisverleihung «Quartz 2010» für sein Schaffen und Lebenswerk mit einem Ehrenpreis gewürdigt.
Goretta hat Schweizer Film entscheidend mit beeinflusst. Bereits in seiner Studienzeit interessiert sich Goretta für das Medium Film und gründet den «Ciné-club universitaire». Ein Aufenthalt am British Film Institut in London Mitte der 50er Jahre prägt ihn nachhaltig. Er lernt dort das britische Dokumentarfilmschaffen und die Free-Cinema-Bewegung kennen. Zusammen mit Alain Tanner produziert er den Kurzfilm «Nice Time» (1957), der am Filmfestival Venedig ausgezeichnet wird. Zurück in der Schweiz beginnt er seine Laufbahn beim Westschweizer Fernsehen, für das er Dokumentarfilme, Reportagen sowie Literaturverfilmungen und Theateradaptionen produziert.
1968 begründet Goretta zusammen mit Alain Tanner, Michel Soutter, Jean-Louis Roy und Jean-Jacques Lagrange die «Groupe 5», die das unabhängige Filmschaffen in der W! estschweiz massgeblich prägt. Ab 1970 realisiert Claude Goretta Kinospielfilme, die sowohl in der Schweiz als auch im Ausland Anerkennung finden. Viele seiner Filmprojekte koproduziert er mit Frankreich, wo er auch eine besondere Popularität geniesst. In seinen Filmen interessiert sich Goretta vor allem für das Leben und den Alltag der «einfachen» Leute, die er auf feinfühlige und respektvolle Weise darstellt.
Zu seinen internationalen Erfolgen zählen «L’Invitation» (1973) und «La Dentellière» (1977), die an den Filmfestspielen in Cannes preisgekrönt werden, oder auch die Ramuz-Adaption «Si le soleil ne revenait pas» (1987). Seine jüngsten Werke «La fuite de Monsieur Monde» (2004) und der zweiteilige Fernsehfilm «Sartre, l’âge des passions» (2006) stiessen bei ihrer Ausstrahlung im französischen und Westschweizer Fernsehen auf grosse Resonanz.